Alte Heimat – Jane Addams Zentrum e.V. https://dev.jane-addams-zentrum.de/category/projekte/alte-heimat/ Thu, 11 Sep 2025 10:04:23 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.2.7 Pressemitteilung: Abschied und Neuanfang in der Siedlung Alte Heimat https://www.jane-addams-zentrum.de/pressemitteilung-abschied-und-neuanfang-in-der-siedlung-alte-heimat/ Thu, 11 Sep 2025 10:04:21 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?p=2163 Jane Addams Zentrum gibt die Trägerschaft des Alte Heimat Treffs an Münchner Wohnen.

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Zwei Tage liefen die Feierlichkeiten in der instandgesetzten und erweiterten Siedlung am Kiem-Pauli-Weg. Anlass war der Abschied des Jane Addams Zentrums (kurz jaz) als Träger des Nachbarschaftstreffs „Alte Heimat Treff“ und der Neuanfang mit Münchner Wohnen als neuer Träger.

Hintergründig war natürlich die preisgekrönte Renovierung und der Neubau der historischen Siedlung, ein Erfolg der Mietenden mit ihrer Mieterinitiative AHA-Alte Heimat Arbeitskreis. Seit 2012 setzen sie sich für den Erhalt ihres Zuhauses mit der Beratung, Unterstützung und Begleitung vom Jane Addams Zentrum und einem Architekten, mit zusätzlichem Engagement von Sozialarbeits-Studierenden, ein.

Bei Sonnenschein am 31. Juli feierten weit über 130 Bewohner und Bewohnerinnen zuerst mit Kuchen und dann mit Herzhaftem und mitgebrachten Salaten, mit Tombola und Verlosung von Fahrrädern. Nebenher hüpften die Kinder in zwei Plantschbecken und alle genossen Eis vom Detterbeck-Wagen. Wer wollte, konnte ein Polaroid-Souvenirfoto machen lassen.

Bettina Pereira, Vorsitzende von jaz, erzählte die Geschichte der Rettung der Siedlung; Nachbar*innen bedanken sich bei Nghiem Xuan Tuan für die jahrelange ehrenamtliche Unterstützung bei jeglichen Reparaturen und anderen Angelegenheiten mit den Worten „Du warst immer da“; die Mieterinitiative Alte Heimat Arbeitskreis AHA erzählten von den Anfängen ihrer erfolgreichen Arbeit und die Zusammenarbeit mit jaz.

Zuletzt sprach Renate Spannig, Beauftragte für Menschen mit Behinderung und für Inklusion vom Bezirksausschuss Laim, und lobte die Arbeit von jaz und vom Alte Heimat Treff und zeigte sich glücklich, dass der Bezirksausschuss dieses Nachbarschaftsfest finanzielle unterstützt.

Am 01. August bei kühlem Regenwetter waren die Sitzplätze im Alte Heimat Treff schnell belegt; viele mussten stehen. Würdenträger von Stadt und Referaten, Hochschule und lokaler Politik von Stadtrat und Bezirksausschuss, soziale Einrichtungen, Mieter und Mieterinnen sowie Mitarbeitende des Treffs hielten kurze Reden, erzählten von über zahn Jahre Engagement und ihr Blick in die Zukunft. Mit dabei war natürlich auch das neue Team von der Münchner Wohnen für den Alte Heimat Treff inklusiv Felix Hanko, der als Treffmitarbeiter bleibt.

Herr Christian Müller, Geschäftsführer der Münchner Wohnen und des neuen Trägers des Nachbarschaftstreffs, sprach zuerst und erklärte, dass der Treff weiterhin ein Ort für die Nachbarschaft aus der Siedlung bleibe.

Im Anschluss gab Gerhard Meyer (Leiter des Amts für Wohnen und Migration) einen historischen Rückblick der Siedlung und die Rolle seines Amts hier.

Edwin Grodeke, Kommunalreferent, erzählte von seiner langjährigen Beziehung und seinen Erfahrungen in der Siedlung.

Kurz vor der Pause erklärte der Sprecher der Gruppe der gehörlosen Mieter*innen warum er im Treff aktiv ist und dass die Gruppe schon langjährig für Videogegensprechanlagen für alle in München kämpft.

Prof. Dr. Andreas Schwarz, Vizepräsident der Katholischen Stiftungshochschule, erläuterte die Bedeutung von Community Organizing und welchen Mehrwert die Studierenden und die Lehrenden durch die Zusammenarbeit mit der Praxis vor Ort hatten.

Grit Schneider, stellv. Geschäftsführung vom Bezirksverband Oberbayern vom Paritätischen Wohlfahrtsverbands, erzählte den Anfang von Organizing von jaz in der Alte Heimat durch den Auftrag von Regsam.

Der AHA erklärte, dass sie weiterhin aktiv in der Nachbarschaft sein werden.

Alexandra Gassmann, Stadträtin aus Laim, sprach von ihrer Unterstützung für die Alte Heimat, wie zum Beispiel momentan der Stadtratsantrag zum Thema Videogegensprechanlagen.

Renate Seibt, Leitung Referat Offene Seniorenbetreuung bei der AWO, und Stefanie Tischbierek, Leitung vom ASZ Laim von der AWO, bedanken und verabschiedeten sich von jaz mit Blumen.

Den Abschluss machte Hester Butterfield von jaz, die die Solidarität in der Siedlung lobte.

Das Jane Addams Zentrum wünscht dem Treff und der Siedlung viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft!

Zum Download der Pressemitteilung als PDF.

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Jane Addams Zentrum: Der Abschied von der Alten Heimat https://www.jane-addams-zentrum.de/jane-addams-zentrum-der-abschied-von-der-alten-heimat/ Mon, 14 Jul 2025 09:44:34 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?p=2155 Liebe Kolleginnen* und Kollegen*, liebe Verbündete, liebe Freundinnen* und Freunde* des Alte Heimat Treff und jaz, nach dreizehn Jahren beendet jaz (das Jane Addams Zentrum e.V.) seine Arbeit in der Siedlung Alte Heimat in Laim. Unser Auftrag, den wir zunächst von REGSAM, dann auch vom Stadtrat bekamen, lautete damals, die Bedürfnisse der Mieterinnen* und Mieter* […]

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Liebe Kolleginnen* und Kollegen*, liebe Verbündete, liebe Freundinnen* und Freunde* des Alte Heimat Treff und jaz,

nach dreizehn Jahren beendet jaz (das Jane Addams Zentrum e.V.) seine Arbeit in der Siedlung Alte Heimat in Laim.

Unser Auftrag, den wir zunächst von REGSAM, dann auch vom Stadtrat bekamen, lautete damals, die Bedürfnisse der Mieterinnen* und Mieter* zu erforschen und ihre Beteiligung am bevorstehenden Umbau oder Neubau zu ermöglichen.

Wir fanden eine Siedlung vor, für die es bereits Abrisspläne gab. Die Wohnungen, die ursprünglich für im Zweiten Weltkrieg ausgebombte bedürftige Münchnerinnen* und Münchner* errichtet wurden, waren stark renovierungsbedürftig und erfüllten nicht die aktuellen Standards von Barrierefreiheit.

Abriss und Neubau wäre doch eine gute Lösung, dachten viele. Aber was dachten die betroffenen Mieterinnen* und Mieter* darüber?

Wir fanden heraus, dass sie ihre gemeinsame Geschichte und die Siedlung schätzten und diesen Ort und seinen besonderen Charakter erhalten wollten.

Aus unseren ersten Befragungen ist ein langjähriger Community Organizing Prozess entstanden, in dem die Nachbarschaft begleitet und unterstützt durch jaz sich solidarisierte und eine kraftvolle Mieter*innen-Initiative, den AHA (Alte Heimat Arbeitskreis) aufbaute. Der AHA bündelte und vermittelte die Wünsche der Siedlungsbewohnerinnen* und -bewohner* an Entscheidungsträger.

Auf seinen Antrag in der Bürgerversammlung Laim hin, beschloss der Stadtrat die ständige Beteiligung der Vertretung der Mieterschaft an einem Jour Fixe zur Instandhaltung und Erneuerung der Alten Heimat. Seit dieser Zeit hat sich viel getan. Über zehn Jahre hinweg nahm der AHA an Planungsgesprächen teil und setzte schließlich den Erhalt der Siedlung durch.

Ein Teil der Gebäude wurde instand gesetzt: Für die damals fünf Wohnungen mit gehörlosen Mieterinnen* und Mieter* wurden Videogegensprechanlagen eingebaut. Gebäude, die nicht erhalten werden konnten, wurden abgerissen und durch fünf- und siebenstöckige Gebäude mit Aufzügen ersetzt. Allein das große Thomas-Wimmer-Haus ist noch „in Arbeit“. Es wird zurzeit rückgebaut und soll dann – größer und nach zeitgemäßen Standards – neu errichtet werden.

Auch ein Nachbarschaftstreff wurde in Trägerschaft von jaz aufgebaut – ein Zentrum für gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen, die den Wünschen und Bedürfnissen der Mieterschaft entsprechen: Frühstück, Sonntags-Brunch, Café-Nachmittage, Kinderbasteln, Fahrräder- und Kleinreparatur sind gut besuchte Angebote. Wie in der Stiftungssatzung festgelegt, sind die Mieter*innen überwiegend älter und/oder von Behinderung betroffen und haben ein geringes Einkommen. Dazugekommen sind in den letzten Jahren junge Familien mit einem Fluchthintergrund.

Das Projekt „Wohnen im Viertel“ fand neben dem Treff auch einen Platz.

Unsere gemeinsame Arbeit ist getan, das Ziel erfüllt oder übererfüllt. Neue Wege und unvorhergesehene Seitenwege wurden begangen. Wir haben viel Anerkennung dafür bekommen, Bücher und Artikel wurden geschrieben, Preise gewonnen.

So gibt jaz die Trägerschaft des Alte Heimat Treffs ab und die Münchner Wohnen wird ihn ab September als neuer Träger leiten.

Wir haben viele Geschichten gehört, viele beeindruckende Menschen kennengelernt, viel Spaß zusammen gehabt. Der Abschied fällt uns nicht leicht. Ihr könnt mehr über die Geschichte und die Arbeit in der bald erscheinenden Neuauflage des „Handbuch Community Organizing“ von FOCO – Forum Community Organizing und Stiftung Mitarbeit.

Vielen Dank Ihnen und Euch für das Zuhören, für die guten Vorschläge, für die intensive Zusammenarbeit und langjährige Unterstützung.

Herzliche Grüße

Das Alte Heimat Treff Team und das Jane Addams Zentrum

Hester Butterfield und Nghiem Xuan Tuan

Constanze Ziegler und Felix Hanko

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Alte Heimat Treff: jaz feiert Erfolge der letzten 13 Jahre https://www.jane-addams-zentrum.de/alte-heimat-treff-jaz-feiert-erfolge-der-letzten-13-jahre/ Thu, 05 Jun 2025 20:06:17 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?p=2140 Am 16. Mai 2025 fand im „Alte-Heimat-Treff“ im Kiem-Pauli-Weg, im Rahmen der Woche der Münchner Nachbarschaftstreffs, eine Veranstaltung mit dem Titel, „Was bedeutet es in einer Siedlung zu leben, deren Gestaltung von den Anwohner*innen mitbestimmt wurde“, statt. Bei Kaffee und Kuchen, stellten die Bürgerinitiative „Alte-Heimat-Arbeitskreis“ und der Community-Organizing-Verein „Jane-Addams-Zentrum“ (jaz) ihre Arbeit und Erfolge der […]

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Am 16. Mai 2025 fand im „Alte-Heimat-Treff“ im Kiem-Pauli-Weg, im Rahmen der Woche der Münchner Nachbarschaftstreffs, eine Veranstaltung mit dem Titel, „Was bedeutet es in einer Siedlung zu leben, deren Gestaltung von den Anwohner*innen mitbestimmt wurde“, statt.

Bei Kaffee und Kuchen, stellten die Bürgerinitiative „Alte-Heimat-Arbeitskreis“ und der Community-Organizing-Verein „Jane-Addams-Zentrum“ (jaz) ihre Arbeit und Erfolge der letzten 13 Jahre vor.

Untermalt von einer Diashow, die die Veränderungen in dem Quartier aufzeigte, wurde noch einmal Bezug auf die größeren und kleineren Errungenschaften genommen und aufgezeigt, warum das Engagement der Mieter*innen im Viertel so wichtig und wertvoll war und was zusammen erreicht werden konnte.

Weiter wurde von Frau Butterfield das Ende der Arbeit von „jaz“ verkündet, da sich der Verein, nach sehr erfolgreicher Beendigung des ursprünglichen Auftrags, nun zu Ende August aus dem Viertel zurückziehen wird.

In diesem Zusammenhang wurde auch ein kleiner Ausblick darauf gegeben, welche Projekte im Quartier noch dieses Jahr abgeschlossen werden, wie z.B. die Rückkehr des Spenderbrunnens.

Zum Abschluss gab es einen Rundgang durch die Siedlung. Bei dieser Gelegenheit, konnten auch kleinere, aber nicht weniger bedeutsame Erfolge, wie das Integrieren von Videogegensprechanlagen, für gehörlose Mieter*innen aufgezeigt und von diesen präsentiert werden.

Dank der Begleitung zweier Gebärdendolmetscherinnen konnten die Reden auch von diesem Teil der Anwohnenden problemlos mitverfolgt werden.

Abgerundet wurde das ganze durch eine anschließende, gemeinsame Brotzeit.

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Alte-Heimat: Einladung zum Café im Mai & Newsletter 05/25 https://www.jane-addams-zentrum.de/alte-heimat-einladung-zum-cafe-im-mai-newsletter-05-25/ Thu, 08 May 2025 15:18:10 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?p=2110 Am 16. Mai 2025 findet in der Alten Heimat ein Treff im Café statt, um den Abschluss der Community Organizing-Arbeit in der Siedling zu feiern und über unsere Arbeit der letzten 12 Jahre und die Zukunft zu informieren. Am 16.05.2025 von 14:00 bis 18:00 geht es im Rahmen der Woche der Münchner Nachbarschaftstreffs um das, […]

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Am 16. Mai 2025 findet in der Alten Heimat ein Treff im Café statt, um den Abschluss der Community Organizing-Arbeit in der Siedling zu feiern und über unsere Arbeit der letzten 12 Jahre und die Zukunft zu informieren.

Am 16.05.2025 von 14:00 bis 18:00 geht es im Rahmen der Woche der Münchner Nachbarschaftstreffs um das, was 2012 gestartet wurde und jetzt erfolgreich seinen Abschluss findet und die ganzen Erfolge und um das was 2025 noch kommt.

Wir hören Berichte von verschiedenen Nachbarn, schauen Fotos an und machen einen Siedlungsspaziergang.

In unserem Café im Kiem-Pauli-Weg 26/30 wird es Kaffee und Kuchen und Brotzeit geben.

Treffen im Cafe der Alten Heimat am 16. Mai 2025

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Gespräche mit Ihnen. Seit dieser Zeit hat sich viel getan. 2018 wurde ein Teil der Gebäude instand-gesetzt, Balkone wurden erneuert und Videogegensprechanlagen für gehörlose Mieterinnen und Mieter eingebaut; ein Teil der Gebäude wurde entfernt und durch 5- und 7-stöckige Gebäude ersetzt.

Allein das Thomas-Wimmer-Haus ist noch „in Arbeit“. Es wird zurzeit abgerissen und neu gebaut – größer und komfortabler.

Die Alte Heimat im Rückblick: Langjährige Erfolge durch Community Organizing

Die „Alte Heimat“ am Kiem-Pauli-Weg in Laim ist eine Stiftungssiedlung von historischer Bedeutung! Sie hat Vorbildfunktion für Gemeinschaftssinn der Bürgerschaft in den Wohnungs-Notzeiten in München, nach dem 2. Weltkrieg. Der Gemeinschaftssinn hat sich seit diesen Jahren erhalten.

Die große Verunsicherung begann 2012. In der Presse wurde der Verdacht berichtet, die Stiftungssiedlung „Alte Heimat“ solle abgerissen werden. Um das zu verhindern bildete sich eine Interessen-Gruppe „AHA-Alte Heimat Arbeitskreis“ zunächst mit dem Ziel den Abriss zu unterbinden.

Mit Unterstützung von REGSAM und „jaz“, dem Jane-Addams-Zentrum e.V., wurde die Mieterschaft befähigt und geschult mit den zuständigen Institutionen und Entscheidungsträgern umzugehen. Die Teilhabe der Mieterschaft am Erhalt und der Umgestaltung der Siedlung wurde nach einem Antrag des AHA an die Bewohnerversammlung Laim und dem Stadtrat beschlossen.

Grundsteinlegung 2020

Grundsteinlegung Alte Heimat 2020

Unsere gemeinsame Arbeit ist getan, das Ziel erreicht. Wir beobachten weiter den Fortschritt und das finale Ergebnis in der Siedlung.

Ein Nachbarschaftstreff wurde etabliert – ein Zentrum für gemeinsame Aktivitäten, Veranstaltungen u.v.m. Auch das Projekt „Wohnen im Viertel“ fand neben dem Treff einen Platz. Die Café-Nachmittage, Kinderbasteln, Fahrräder- und Kleinreparatur sind geschätzte Angebote.

Den kompletten Newsletter finden Sie hier als PDF.

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Nikolausfeier 2024 – Gemütlichens Beisammensein mit Plätzchen https://www.jane-addams-zentrum.de/nikolausfeier-2024-gemuetlichens-beisammensein-mit-plaetzchen/ Sat, 11 Jan 2025 11:41:27 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?p=2099 Am 6.12.2024 fand im Nachbarschaftstreff eine vorweihnachtliche Nikolausfeier statt. Bereits im Vorfeld wurden, von jung und alt gemeinsam, verschiedene Plätzchen gebacken, die dann auf der Feier angeboten wurden. So entstand ein schöner, generationenübergreifender Moment, bei dem alle voneinander lernen konnten. Das Fest war ein gemütliches Beisammensein zu (alkoholfreien) Glühwein und Plätzchen. Für die hungrigeren unter […]

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Am 6.12.2024 fand im Nachbarschaftstreff eine vorweihnachtliche Nikolausfeier statt.

Bereits im Vorfeld wurden, von jung und alt gemeinsam, verschiedene Plätzchen gebacken, die dann auf der Feier angeboten wurden. So entstand ein schöner, generationenübergreifender Moment, bei dem alle voneinander lernen konnten.

Das Fest war ein gemütliches Beisammensein zu (alkoholfreien) Glühwein und Plätzchen.

Plätzchenbacken für die Nikolausfeier 2024

Für die hungrigeren unter den Besuchern wurden auch eine Kürbis- und eine Gulaschsuppe angeboten. Beides von zwei engagierten Ehrenamtlichen aus dem Quartier zubereitet.

Ebenso gab es für alle Besucher*innen ein kleine Nikolaustüte mit verschiedenen Kleinigkeiten, die vom „Alte Heimat Arbeitskreis“ gepackt und an die Anwesenden verteilt wurden.

So kamen alle Generationen auf ihre Kosten und es konnte gemeinsam, auch kulturübergreifend, der Start in die Weihnachtszeit gefeiert werden.

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Das Sommerfest 2024: Tombola und Badespaß https://www.jane-addams-zentrum.de/das-sommerfest-2024-tombola-und-badespass/ Sat, 11 Jan 2025 11:34:58 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?p=2089 Am 3.8.2024 fand, wie jedes Jahr, wieder unser Sommerfest statt. Wie schon die letzten Jahre, fand dieses bei uns im Treff und auf dem Vorplatz statt. Auch dieses Jahr erhielten wir wieder jede Menge Unterstützung von ehrenamtlich Engagierten aus dem Quartier, welche beispielsweise ein wundervolles Buffet bereiteten. Auch lokale Bekanntheiten haben zur schönen Stimmung beigetragen, […]

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Am 3.8.2024 fand, wie jedes Jahr, wieder unser Sommerfest statt. Wie schon die letzten Jahre, fand dieses bei uns im Treff und auf dem Vorplatz statt.

Auch dieses Jahr erhielten wir wieder jede Menge Unterstützung von ehrenamtlich Engagierten aus dem Quartier, welche beispielsweise ein wundervolles Buffet bereiteten.

Auch lokale Bekanntheiten haben zur schönen Stimmung beigetragen, wie dem „Café Lilly“, das uns großzügig mit Brezen und anderen Backwaren versorgte und der Eisdiele „Schlotterbeck“, welche uns einen Eiswagen zur Verfügung stellte, der dankenswerterweise vom Bezirksausschuss mitfinanziert wurde.

Das Planschbecken beim jaz Sommerfest 2024

Auch für den Nachwuchs aus der Gegend wurde gedacht und es wurde ein großes Platschbecken aufgestellt und jede Menge Wasserpistolen bereitgestellt, die für Spaß und Abkühlung sorgten.

Das Highlight des Sommerfests war, zweifelsohne die Tombola. Es gab verschiedene tolle Preise, wie z.B. diverse Gutscheine zu gewinnen und war so gestaltet, dass niemand leer ausgehen musste.

Die Tombola beim jaz Sommerfest 2024

Wir möchten uns bei allen für ihre wunderbare Unterstützung bedanken und freuen uns auf das nächste Mal.

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Zum Abschied: Kristina Frank und ihr sozialer Wohnungsbau https://www.jane-addams-zentrum.de/zum-abschied-kristina-frank-und-ihr-sozialer-wohnungsbau/ Sat, 17 Aug 2024 16:09:10 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?p=2062 Im Alten Rathaus von München hat sich Kristina Frank, Münchner Kommunalreferentin aus dem Amt verabschiedet. Frank wurde für ihre sechsjährigen Verdienste in der Verwaltung städtischer Wohnungen, Märkte, Stadtgüter und mehr mit einer Medaille geehrt. Vor allem ihre Arbeit beim Schaffen bezahlbarem Wohnraums wurde dabei hervorgehoben. So schreibt die Rathaus Umschau: „[Bürgermeistering Verena] Dietl hob in […]

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Im Alten Rathaus von München hat sich Kristina Frank, Münchner Kommunalreferentin aus dem Amt verabschiedet. Frank wurde für ihre sechsjährigen Verdienste in der Verwaltung städtischer Wohnungen, Märkte, Stadtgüter und mehr mit einer Medaille geehrt.

Vor allem ihre Arbeit beim Schaffen bezahlbarem Wohnraums wurde dabei hervorgehoben. So schreibt die Rathaus Umschau:

„[Bürgermeistering Verena] Dietl hob in ihren Abschiedsworten für Kristina Frank vor allem die Anstrengungen des Kommunalreferats in Franks Amtszeit hervor, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu erhalten. Durch Abwendungserklärungen in Erhaltungssatzungsgebieten, Ausübung von Vorkaufsrechten und weitere Ankäufe habe Frank in ihrer Amtszeit über 3.000 Wohnungen geschützt, rechnete Dietl vor. „Für München ist das langfristig von unschätzbarem Wert“, so die Bürgermeisterin.

Auch die Arbeit von jaz und der GEWOFAG wird dabei lobend erwähnt:

Beim Neubau habe das Kommunalreferat viel geschafft, unter anderem mit dem Projekt „Alte Heimat“ in Laim, wo die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG 500 neue Wohnungen errichtet und 363 bestehende saniert. Das Projekt soll bis Ende des Jahres fertiggestellt sein. „Das Thema bezahlbares Wohnen hat Kristina Frank also erfolgreich beackert“, so Dietls Fazit.“

Sowohl die GEWOFAG (jetzt Münchner Wohnen) als auch jaz haben bereits zuvor Preise für Belebung, Erhalt, Instandhaltung und Neubau der Siedlung erhalten.

Ebenso wird hat die GEWOFAG für das Projekt Alte Heimat vor kurzem den Ehrenpreis für „Guten Wohnungsbau“ gewonnen (im Video ab ca. 2:32m):

Besonders hervorzuheben ist, dass die GEWOFAG hier genau das gemacht hat, was die Mieter*innen gefordert haben – nämlich Bauen im Bestand.

Statt reinem Abriss und Neubau, wobei die mehrheitlich älteren Mieter*innen in eine fremde Nachbarschaft hätten umziehen müssen – ohne Solidarität, ohne Nachbarschaftsgefühl und gegenseitiger Unterstützung – konnten Sie so in der vertrauten Umgebung bleiben.

Die Anwohner brachten dabei auch oft die Sorge zum Ausdruck, dass viele die Fertigstellung des Neubaus durch ihr hohes Alter nicht mehr miterleben würden und so für Sie nur Umstände und Sorgen entstünden.

Dank einem offenem Ohr für die Wünsche der Anwohner konnten so dringend benötige Sanierungen im Einklang mit sozialen Bedürfnissen durchgeführt wurden.

Siehe auch: Thomas-Wimmer-Haus: Befragung der Anwohner über ihre Zukunft

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jaz hält Vortrag zur Alten Heimat: Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. https://www.jane-addams-zentrum.de/jaz-haelt-vortrag-zur-alten-heimat-einladung-der-hanns-seidel-stiftung-e-v/ Sat, 17 Aug 2024 14:59:10 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?p=2048 Am 04.06.2024 wurde Hester Butterfield von jaz von der Hanns-Seidel-Stiftung zusammen mit anderen Sprecher:innen dazu eingeladen, einen Vortrag zum Thema Community Organizing in der Siedlung Alte Heimat zu halten. Der Titel der Veranstaltung lautete: Wissenschaftliches Symposium zum Thema Regierungshandeln auf lokaler Ebene aus der Perspektive deutscher und chinesischer Denktraditionen. Im Rahmen der Veranstaltung fanden insgesamt […]

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Am 04.06.2024 wurde Hester Butterfield von jaz von der Hanns-Seidel-Stiftung zusammen mit anderen Sprecher:innen dazu eingeladen, einen Vortrag zum Thema Community Organizing in der Siedlung Alte Heimat zu halten.

Der Titel der Veranstaltung lautete:

Wissenschaftliches Symposium zum Thema Regierungshandeln auf lokaler Ebene aus der Perspektive deutscher und chinesischer Denktraditionen.

Im Rahmen der Veranstaltung fanden insgesamt vier Vorträge mit simultaner Übersetzung statt:

Vortrag #1

Das Menschenwürdeprinzip bei Kant und im Grundgesetz und seine Anwendung im Sozialstaat

– Prof. Dr. Michael Spieker, Ethische und Theoretische Grundlagen der Politik, Katholische Stiftungshochschule, München

Vortrag #2 

Zwei einflussreiche Faktoren bei der historischen Vererbung der sozialen Governance in China

– Prof. Dr. Liu Xutao, Abteilung für Öffentliche Verwaltung der Hochschule des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas

Vortrag #3:

Community Organizing am Beispiel des „Alte Heimat Arbeitskreis“ in der Siedlung Alte Heimat in München-Laim

– Hester Butterfield, Vorsitzende  des Jane Addams Zentrum e. V. und ehemalige Leitung des Alte Heimat Treffs sowie Lehrbeauftragte für Gemeinwesenarbeit und Soziale Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten, Katholische Stiftungshochschule, München

Vortrag #4 :

Soziales Regieren aus der Sicht des traditionellen chinesischen Denkens

– Frau Ass. Prof. Dr. Zhao Lulu, Abteilung für Kultur und Geschichte der Hochschule des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas

jaz hat sich sehr gefreut, teilnehmen zu dürfen und dankt der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. für die Gelegenheit, über die Erfolge und die Verbesserung der Lebensqualität für und durch die Anwohner der Alten Heimat mithilfe von Community Organizing berichten zu können!

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Alte Heimat: Community Organizing in einem Münchener Quartier https://www.jane-addams-zentrum.de/alte-heimat-community-organizing-in-einem-muenchener-quartier/ Sat, 25 Nov 2023 13:37:58 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?p=1915 Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von jaz für den im November 2023 erschienenden Newsletter Wegweiser Bürgergesellschaft. Er liefert einen Überblick über das Projekt Alte Heimat: Den Ursprung der Siedlung, den Aufbau von sozialen Strukturen durch jaz (Mitglied vom Paritätischen Verband) zur Durchsetzung der Wünsche der Anwohner:innen und die resultierenden Erfolge durch […]

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Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von jaz für den im November 2023 erschienenden Newsletter Wegweiser Bürgergesellschaft. Er liefert einen Überblick über das Projekt Alte Heimat: Den Ursprung der Siedlung, den Aufbau von sozialen Strukturen durch jaz (Mitglied vom Paritätischen Verband) zur Durchsetzung der Wünsche der Anwohner:innen und die resultierenden Erfolge durch Community Organizing.

Die Autorinnen sind Hester Butterfield, Bettina Pereira und Contanze Ziegler.

Stiftungssiedlung Alte Heimat

Die Stiftungssiedlung Alte Heimat, Anfang der 1960er Jahre mit Spendengeldern und städtischen Zuschüssen als Bleibe für Menschen errichtet, deren Wohnungen im Krieg zerstört worden waren und die vorwiegend älter und finanziell schwach waren, war 2011 schon in die Jahre gekommen als sie in den Fokus von Sozialer Arbeit und Politik geriet. Die aktuelle Siedlungssatzung bestimmt als Zielgruppen für die Vergabe von Wohnungen bedürftige und betagte Menschen, Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung (darunter auch Familien) und pflegende Angehörige.

Heute leben viele verschiedene Gruppen in der Siedlung: Betagte Menschen, Menschen mit geringen finanziellen Mitteln, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und chronischen Krankheiten, Menschen mit psychischen Krankheiten, Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, gehörlose Menschen und Familien oder Alleinstehende mit Fluchthintergrund.

Anfang der Arbeit in der Siedlung

Balkonreparatur in der Alten Heimat (© Georgia Diesener)
Balkonreparatur in der Alten Heimat (© Georgia Diesener)

Die Häuser mit insgesamt 605 kleinen Wohneinheiten wurden über die Jahre zunehmend vernachlässigt und somit baufällig und marode. Außerdem nahm der Leerstand zu. Dies löste Unsicherheit bei den Mieterinnen darüber aus, was mit ihren Wohnungen passieren würde und führte auch dazu, dass REGSAM (Regionale Netzwerke für Soziale Arbeit in München) 2011 die Alte Heimat zum »Quartier mit besonderem Handlungsbedarf « benannte.

Durch ein Koordinationsgremium aus Fachleuten und Politik wurde das Jane Addams Zentrum e.V., kurz jaz, beauftragt, mit dem Ansatz Community Organizing die Bedarfe und Wünsche der Mieter/innen zu eruieren, sie zu aktivieren, und sie bei der Wahrnehmung ihrer Interessen zu unterstützen. Hierfür gründete sich 2012 der Alte Heimat Arbeitskreis-AHA, die Mieterinitiative in der Alten Heimat, der in der Bürgerversammlung des Stadtteils ein Gremium zur Beteiligung der Mieter/ innen an der Planung beantragte. Dem AHA und der Organizerin von jaz wurde ein 22 m² großer Raum, ein Teil der Bibliothek des Alten- und Service-Zentrums, als Treffpunkt und Gruppenraum zur Verfügung gestellt.

Community Organizing (CO)

Beim CO geht es darum, Menschen zusammenzubringen, damit sie für ihre eigenen Interessen eintreten und nachhaltige Verbesserungen für ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen durchsetzen können. Dabei werden sie von einer/einem professionellen Organizer/in begleitet und beraten. Die meisten Organizing-Prozesse erfolgen in vier Schritten:

  1. Zuhören: Durch aktivierende Befragungen werden erste Beziehungen aufgebaut und die Anliegen des jeweiligen Gegenübers herausgefunden.
  2. Abstimmen: Bei Versammlungen mit den Befragten werden die Themen priorisiert und Arbeitsgruppen dazu gebildet.
  3. Ausarbeiten und Umsetzen: Die Analyse der relevanten Entscheidungsprozesse und –Gremien ist ein wichtiger erster Schritt. Nach der Recherchearbeit werden erreichbare Ziele formuliert, die die Grundlage der weiteren Planung bilden. Es werden Gespräche geführt, Lösungen verhandelt und/oder Aktionen geplant. Hier spielen Taktik und Strategie eine große Rolle. Trainings für die Sprecher/innen der Gruppe und Kenntnisse über die Entscheidungsträger/innen und den Aufbau von Vernetzung sind unverzichtbar.
  4. Aufbau einer nachhaltigen Organisation: Gemeinsame Schritte werden regelmäßig reflektiert und durch die Bildung von Strukturen wird der Prozess immer wieder neu gestartet, um an weiteren Themen zu arbeiten.

Wichtig ist, dass die Menschen für sich selbst sprechen und lernen, gemeinsam handlungsmächtig zu werden. Die Menschen werden nicht nur als Betroffene gesehen, sondern als Subjekte mit verschiedenen Kompetenzen und Ressourcen und als Expert/innen in eigener Sache.

Der Zuhörprozess am Anfang von Organizing-Prozessen ist sehr wichtig. Themen werden nicht von dem/der Organizer/in bestimmt, sondern von denen, die er oder sie begleitet. Der/die Organizer/in zeigt so Interesse und Respekt für die Sichtweisen der Betroffenen, das ist die Basis, um sich auf Augenhöhe zu begegnen und jede Aktion gemeinsam kritisch zu reflektieren.

Alte Heimat Arbeitskreis-AHA

Seit 2012 trifft sich der Alte Heimat Arbeitskreis-AHA wöchentlich. Er wird von einer Organizerin von jaz beraten und begleitet, z.B. mit Fachwissen über kommunale Entscheidungsprozesse. Die Mieter/innen im AHA vertreten die Positionen der Nachbarschaft nach Außen und sind das Informations- und Vermittlungsglied zwischen Mieter/innen und Entscheidungsträger/innen, das heißt, dem städtischen Eigentümer der Siedlung, der Verwaltung und der Bauherren.

Die Mieter/innen haben in Workshops und durch Beratung gelernt, wie und welche Vorschläge und Belange wirksam in die kommunalen Entscheidungsprozesse eingebracht werden können: Welche Forderungen können wir an wen stellen, wer muss Rede und Antwort stehen. In der ersten Phase können leicht Hoffnungen geweckt werden, die, wenn sich der Erfolg nicht immer und unmittelbar einstellt, enttäuscht werden. Auch deshalb ist eine professionelle Begleitung samt durchdachter und realistischer Planung, die auf den vorhandenen Ressourcen und dem Wissen über Entscheidungsstrukturen basiert, unbedingt nötig.

Der Alte Heimat Arbeitskreis beim Planen der nächsten Aktion
Der Alte Heimat Arbeitskreis beim Planen der nächsten Aktion.

Im Fall Alte Heimat wurde durch einen Antrag an den Stadtrat erreicht, dass der AHA ab 2013 durch einen regelmäßigen Jour Fixe, einem Planungstreffen, mit den Entscheidungsträger/innen und der Bauprojektleitung alle zwei Wochen frühzeitig eingebunden wurde, Informationen bekam und Probleme schnell kommunizieren konnte.

AHA Mitglieder erwarben dadurch eine Fülle von Fachwissen und konnten als kompetente Gesprächspartner/ innen auftreten. Durch jährliche Befragungen, Aktivierungen und Umfragen – im Organizing Door-Knocking und One-on-Ones genannt – sowie monatliche Treffen mit der Nachbarschaft wurde sichergestellt, dass

  • …die Mieter/innen informiert waren,
  • …die Themen und Belange aktuell und konkret waren,
  • …Probleme schnell erkannt wurden und sich die verschiedenen Gruppen in der Nachbarschaft begegnen konnten und miteinander solidarisierten.

Ziele waren zuallererst die Siedlung als bezahlbaren Wohnraum, als ein Stück Münchner Geschichte und als ein wichtiges soziales Umfeld und Zuhause für Viele zu erhalten. Themen waren damit vor allem die Instandsetzung und der bauliche Bedarf, Barrierefreiheit, Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität, Aufzüge, Gestaltung der Außenanlagen. Durch Anträge, Gespräche, Verhandlungen aber auch das Schließen von Bündnissen konnte viel erreicht werden. Heute sind alle Häuser in der Siedlung instandgesetzt, die Außenanlagen wurden neugestaltet und es werden Neubauten, weitere soziale Einrichtungen und ein neuer Quartiersplatz gebaut.

Neue Räume – Alte Heimat Treff 2022 (© Georgia Diesener)

Das Organizing Projekt hat als Nachbarschaftstreff nun ein geräumiges Zuhause im Neubau mit Büro, eigenem Gruppenraum und großer Terrasse. Im Auftrag der Stadt richtete jaz ein »Wohncafé« für Mieter/innen und den benachbarten Pflegedienst ein. Der Alte Heimat Treff nimmt Gestalt an. Neben dem CO spielt auch das soziale Miteinander eine große Rolle. Gemeinsam werden soziale Events geplant und durchgeführt: Cafénachmittage, Sommerfeste, Kinderprogramm… Hier entstehen immer wieder neue Kontakte, neue Themen zeichnen sich ab und Nachbar/innen lernen den Alte Heimat Treff und den AHA als Ansprechpartner kennen.

Nicht zuletzt knüpfen die Nachbar/innen Kontakte untereinander, was besonders für diejenigen eine wichtige Rolle spielt, deren Lebensmittelpunkt die Siedlung ist.

Vor allem im achtgeschossigen Thomas-Wimmer-Haus in der Siedlung spielt Gemeinschaft eine sehr wichtige Rolle. In den knapp 100 Einzel-Appartements leben Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht waren, wenig Geld haben, über 60 sind und/oder körperliche Einschränkungen haben. Im Haus helfen sich alle gegenseitig, im Gemeinschaftsraum treffen sich Nachbar/innen zum Ratschen, Spiele spielen und zusammen sein.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten in der Siedlung war lange unklar, was mit dem Haus passieren würde, das Gebäude war in einem sehr schlechten baulichen Zustand, der Leerstand wurde immer größer und so auch die Ängste und Sorgen der Bewohner/innen. Nach langer Unsicherheit fiel die Entscheidung, das Haus abzureißen. Die bezahlbare Wohnung, das selbstständige Leben, die Siedlung mit ihrem sozialen Umfeld und die Hausgemeinschaft ist mehr als nur Wohnraum. Es ist den meisten Mieter/innen wichtig, in der Siedlung zu bleiben.

Also wurde ein neuer Organizing Prozess begonnen. Durch beharrliches Einfordern von Wissen und Beteiligung, Treffen des AHA und der Bewohner/innen des Thomas-Wimmer-Haus mit städtischen Ämtern, Kommunalpolitiker/innen und der Wohnbaugesellschaft über einen Zeitraum von vier Jahren, wurde schließlich ermöglicht, dass allen in der Hausgemeinschaft Wohnungen in der Siedlung zur Verfügung gestellt werden. Die Bewohner/innen des Hauses können in ihrem gewohnten Umfeld und ihrer nachbarschaftlichen Gemeinschaft bleiben, wo sie sich gegenseitig unterstützen.

Ein Prozess: Gruppe der gehörlose Mieter/innen

Es ist nicht möglich, hier alle Themen, Prozesse und Erfolge in der Siedlung darzustellen, wir möchten aber einen Prozess beispielhaft an der Gruppe der gehörlosen Mieter/innen darstellen.

Eine Befragung 2015 ergab, dass seit mehr als 30 Jahren gehörlose oder schwerhörige Menschen selbstständig in der Siedlung wohnen. Vor Ort gab es keine Anlaufstelle für sie, deshalb wurden sie nie von den Einrichtungen in der Siedlung wahrgenommen. Sie hatten kaum Kontakt zur Nachbarschaft und nahmen auch nicht an Veranstaltungen teil. Dies lag jedoch nicht an mangelndem Interesse, sich zu beteiligen, sondern daran, dass keine Gebärdensprachdolmetscher/innen zur Verfügung standen.

Eine Gruppe gehörloser Mieter trifft sich mit dem Vermieter.
Eine Gruppe gehörloser Mieter trifft sich mit dem Vermieter.

Nachdem die Kosten hierfür vorläufig über einen Antrag des AHA an das Selbsthilfezentrum übernommen wurden, stellte die Gruppe 2017 erfolgreich einen Antrag in der Bürgerversammlung auf die Übernahme der Dolmetscher/innen-Kosten durch die Stadt.

Im Verlauf der Instandsetzungsarbeiten wurden auf Wunsch der Mieter/innen Gegensprechanlagen für mehr Sicherheit eingebaut. Diese sind für gehörlose Menschen aber nicht nutzbar. Hinzu kam, dass es durch die neuen, von den Mieter/innen gewünschten Überdachungen der Hauseingänge leider keine Möglichkeit mehr gab, vom Fenster aus zu sehen, wer vor der Tür steht.

Um – wie alle anderen Mieter/innen – zu wissen, wer klingelt, wurde die Forderung nach Videogegensprechanlagen vorgebracht. Nachdem erste Anträge abgelehnt wurden, fand die Gruppe der Gehörlosen in den vom AHA und dem Treff aufgebauten Netzwerken Unterstützung.

Nun stellte sich die Frage nach der Finanzierung. Die Gruppe erfuhr viel Ablehnung und wurde von Stelle zu Stelle weiterverwiesen. Ein Antrag auf Unterstützung von der Kommunalpolitik wurde gestellt, der bewilligt wurde, so dass ein Teil der benötigten Gelder über eine Stiftung zur Verfügung gestellt wurde.

Durch Vernetzung und Beratung mit anderen Stellen wurde ein mögliches Förderprogramm für die Anlagen gefunden. Es stellte sich heraus, dass auch dies nicht passend war: Zum einen waren die Anträge sehr kompliziert und forderten sehr persönliche Informationen über die gehörlosen Menschen ein, was vom Sprecher der Gruppe klar abgelehnt wurde: »Für Gleichberechtigung ziehe ich mich nicht nackt aus«. Zeitgleich wurde auch klar, dass der Fördertopf für das laufende Jahr leer war.

Die Gruppe Gehörloser trifft sich mit der dritten Bürgermeisterin.
Die gehörlosen Mieter treffen sich mit der dritten Bürgermeisterin.

Der Weg über vorgegebene Strukturen war gescheitert, nun wurde die dritte Bürgermeisterin, Verena Dietl als eine mögliche Entscheidungsträgerin zu einem Ortsbesuch eingeladen. Als Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnbaugesellschaft, die die Siedlung verwaltet, konnte sie den Einbau der Videogegensprechanlagen befürworten.

Das Organizing, in diesem Fall das Gespräch mit Entscheidungsträger/innen, brachte den Erfolg. Nach vielen Rückschlägen, vielen Beratungen und Gesprächen unter Einsatz von Gebärdensprachdolmetscher/innen wurde die Finanzierung sichergestellt und die Videogegensprechanlagen wurden kurz darauf eingebaut und gefeiert.

Im Prozess wurde deutlich, dass

  • … die vorhandenen Strukturen nicht an den Bedarfen von gehörlosen Menschen orientiert sind, sondern eher eine Barriere bilden
  • … gehörlose Menschen ausgeschlossen und benachteiligt werden
  • … Anlaufstellen und Verständnis für die Themen gehörloser Menschen fehlen
  • … es neben Videogegensprechanlagen noch viele weitere Themen gibt, die gehörlose Menschen von Teilhabe und Gleichberechtigung ausschließen
  • … Menschen, die sich zusammentun und den Weg von Organizing gehen, viel erreichen können.

Neue Entwicklungen im Alte Heimat Treff

Die Neubauten in der Siedlung ermöglichen neue Perspektiven und Verbesserungen in der Lebensqualität für Bewohner/innen, z.B. durch Barrierefreiheit oder Rollstuhlwohnungen. Diese besondere Siedlung bleibt nicht nur erhalten, sondern vergrößert sich. Hierfür hat die Wohnungsbaugenossenschaft GEWOFAG auch einen Preis erhalten. All dies wäre ohne den AHA und seinen Kampf für die Erhaltung und Instandsetzung ihrer Siedlung nicht möglich gewesen. Wir freuen uns auch über zwei Preise für unser Projekt: Hans-Sauer-Preis 2022 und Münchner Nachbarschaftspreis 2023.

Autorinnen

  • Hester Butterfield ist Vorsitzende des Jane Addams Zentrum e.V. und Dozentin für Gemeinwesenarbeit an der HS.
  • Bettina Pereira engagiert sich im Vorstand des Vereins
  • Constanze Ziegler als Community Organizerin

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JAZ gewinnt beim Münchner Nachbarschaftspreis 2022 / 2023! https://www.jane-addams-zentrum.de/jaz-gewinnt-beim-muenchner-nachbarschaftspreis-2022-2023/ Mon, 15 May 2023 13:12:57 +0000 https://www.jane-addams-zentrum.de/?page_id=1066 JAZ freut sich, bei der Verleihung des Münchner Nachbarschaftspreises 2022 / 2023 für die Arbeit in der Alten Heimat mit einem der dritten Preise bedacht worden zu sein.

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Am 04. Mai 2023 wurde der Alte Heimat Treff zusammen mit dem Alte Heimat Arbeitskreis-AHA und dem Jane Addams Zentrum von der Stiftung Daheim im Viertel angenehm überrascht: Das Projekt „Einladung ins Wohnzimmer“ gewinnt einen der Münchner Nachbarschaftspreise 2022 / 2023!

Aus den 48 eingereichten Münchner Projekten wurden 11 „für ihre vorbildlichen Aktivitäten für gute Nachbarschaften und intakte Stadtviertel ausgezeichnet“. JAZ wurde hier mit einem der 3. Preise gewürdigt, die je mit 2.000 Euro prämiert sind.

Auch Oberbürgermeister Dieter Reiter war zur Preisverleihung ebenfalls anwesend und gab unter anderem das Grußwort.

Ich freue mich, dass sich so viele Menschen für eine gute Nachbarschaft in ihrem Viertel engagieren. Gerade dieses tolle Miteinander macht München ja so liebenswert!

Die Stiftung Daheim im Viertel, die den Preis verliehen hat, hat zum Ziel, das Engagement für lebendige Nachbarschaften, Zusammenhalt und kulturelle Vielfalt in Münchner Stadtvierteln zu fördern.

Im Viertel gedeihen neue Projekte, die auf andere Quartiere in München übertragen werden können. Hier kann man wirken und verändern. Die Stiftung Daheim im Viertel hat genau dies im Fokus. Ihr ist es wichtig, diejenigen zu unterstützen und zu würdigen, die unsere Viertel mit neuen Ideen bereichern, sich kümmern und das Viertel dadurch lebendiger und lebenswerter machen und Gemeinschaften stärken.

JAZ freut sich sehr, mit dem Preis gewürdigt worden zu sein. Die Anerkennung für unsere Arbeit ist motivierend und mit den 2000 Euro Preisgeld können die Aktivitäten im Café weiter vorangetrieben werden.

Auch der Münchner Wochenanzeiger berichtet in der Rubrik „Laim“ über den Erfolg von JAZ bei der Preisverleihung sowie das positive Wirken auf die Mitbestimmungsrechte, den Zusammenhalt und das Entwickeln sozialer Strukturen in der „Alten Heimat“.

Ein Übersicht aller weiteren Preisgewinner finden sich auf der Seite des Münchner Nachbarschaftspreises 2022 / 2023.

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